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was Angehörige tun können...

Ich möchte Dir helfen - Informationsbrüschüre für pflegende Angehörige

die nachfolgenden Pflegetipps finden Sie auch in unserer Broschüre "Ich möchte Dir helfen" die Sie in unserem "Service-Bereich" gerne herunterladen können!

 

 


Was kann ich tun?

Das Wissen um die Symptome, die am Lebensende auftreten können sind für eine gute Vorbereitung unerlässlich, denn ohne das Hintergrundwissen können sie die Ursache für zahlreiche Ängste und Sorgen von Angehörigen sein, und  auch häufig der Grund, dass bestimmte lindernde Maßnahmen abgelehnt werden, da sie als überflüssig oder gar schädlich angesehen werden.

Die Symptome zu behandeln ist Aufgabe der Palliativmedizin und der Palliativpflege, allerdings können Angehörige viele Dinge tun, die die Lebensqualität der Betroffenen deutlich verbessern.

Dabei gilt grundsätzlich:


was der Betroffene und schwer erkrankte Mensch als angenehm empfindet, was ihm Erleichterung und Entspannung verschafft, sollte getan werden - was Abwehr und Verspannung auslöst minimiert oder am Besten ganz unterlassen werden.

Als Leitsatz in der Betreuung und Begleitung von Schwertkranken kann diese Aussage von Ciceley Saunders, der Begründerin der modernen Hospiz-Bewegung, gelten.

"Nicht dem Leben mehr Tage hinzufügen, sondern den Tagen mehr Leben geben."

© der Pflegetipps, wenn nicht gesondert vermerkt: Bettina Tews-Harms


Hinhören und hinschauen

Das wichtigste in dieser Zeit ist die Frage:
was braucht der schwer Kranke und was brauche ich, und die Unterscheidung zwischen diesen Bedürfnissen.


Durch eine gute Aufklärung können Angehörige emotional so gestärkt werden, dass es Ihnen gelingt ihre eigenen Ängste und Gefühle wahrzunehmen, und ihnen den angemessenen Raum zu geben, um in der Begleitung ihres Familienmitglieds spüren zu können, was in der jeweiligen Situation das Richtige und Angemessene für ihn ist.


Den Mut zu haben da zu sein und hinzuhören, sich den Fragen und Bedürfnissen zu stellen, die eigene Unsicherheit und Angst zuzulassen und auszusprechen, sich nichts vorzumachen, kann in dieser Zeit unglaublich wohltuend und tröstend für alle Beteiligten sein und zu einem noch tieferen Erleben des Miteinander führen.


Ängste zulassen

Und es gibt noch weitere Fragen, die sich pflegende Angehörige in dieser schweren Zeit  stellen:

  • Wird er/sie leiden?
     
  • Wann wird er/sie sterben?
     
  • Gibt es Hoffnung?
     
  • Habe ich alles/habe ich genug getan?

Auf diese Fragen gibt es keine Standard Antworten, so wie  es für die Zeit des Sterbens keine Patentrezepte gibt, denn wie das Leben ist auch das Sterben eine sehr individuelle und persönliche Angelegenheit, bestimmt und geprägt durch die Persönlichkeit desjenigen, der stirbt. Gerade in dieser Zeit hat jeder Mensch das Recht darauf seinen eigenen Weg zu wählen und diesen auf seine Art zu Ende zu gehen, zu entscheiden, welche Hilfen er annehmen möchte und welche nicht.

Ob er reden möchte, die Nähe eines anderen Menschen braucht, oder auch nicht. Das erfordert Akzeptanz durch die Pflegenden, die häufig den Wunsch äußern:“ noch etwas tun zu wollen“, und  dabei manchmal vergessen hinzuhören und hinzuschauen, was momentan wirklich erwünscht und hilfreich ist.

Eine ganz typische (Re-)Aktion von Angehörigen, die ihre Zuneigung und Hilfe ausdrücken wollen ist das Kochen  von  Lieblings – Speisen, allerdings erleben sie anstelle von Freude und Dankbarkeit häufig Zurückweisung und Ablehnung, denn der Schwerkranke, der  unter starker Übelkeit leidet, empfindet es nicht selten als  große Belastung, seinen Angehörigen zu liebe  etwas essen zu müssen, oft wird dadurch sogar erneut Übelkeit ausgelöst.


Gute Planung

Durch eine gute Vorbereitung auf diese Zeit, z.B. auch in Pflegekursen, kann es gelingen, dem Wunsch vieler Mensch zu entsprechen im Kreise ihrer Familie zu verbringen und diese letzte gemeinsame Zeit als Bereicherung zu erfahren.

Der Rückhalt durch Hausärzte und Pflegedienste und wenn notwendig auch durch spezialisierte Palliativ-Care Teams, die jederzeit erreichbar sind, um in Zeiten der Unsicherheit zu  unterstützen, ist notwendig. HospizhelferInnen, die ehrenamtlich tätig sind, können in der letzten Lebensphase ein große Entlastung für die Angehörigen sein, denn bedenken Sie: auch Ihre Kräfte sind begrenzt!

So können im Vorfeld viele Dinge angesprochen und geregelt werden,

Themen, wie Patientenverfügung und Vollmachten rechtzeitig angesprochen und besprochen werden, um Sicherheit über die Wünsche des Sterbenden zu haben, und diese auch vertreten zu können, falls er es selbst nicht mehr kann.

Dadurch lassen sich Krisen und/oder ungewollte Krankenhauseinweisungen vermeiden.

Wenn z.B. mit dem behandelnden Arzt vorab besprochen ist, welches Medikament im Falle von starken Schmerzen in welcher Dosierung zusätzlich zu verabreichen ist, dieses Medikament auch schon vorhanden ist, dann wirken plötzlich auftretende Schmerzen häufig nicht mehr so bedrohlich und vernichtend, und sowohl der Patient als auch die Angehörigen fühlen sich sicherer und handlungsfähig.